Sichere Sache? Das richtige Timing Leben & Finanzen 7 Auch der private Konsum ist momentan einge- schränkt, schon allein, da viele Läden und Dienst- leister vorübergehend geschlossen haben. Aus die- sem Grund liegt aktuell viel Geld, das ansonsten wahrscheinlich ausgegeben würde, auf Giro- und Tagesgeldkonten im Dornröschenschlaf. Durchschnittlich erhielten Sparer im vergangenen Jahr aber laut einer Aufstellung der Süddeutschen Zeitung auf ihr Vermögen gerade einmal 0,19 Prozent Zinsen, während die Inflationsrate 2019 durchschnittlich 1,4 Prozent betrug. Aus Sicht des Vermögensberaters der PSD Bank Nürnberg ist die Hoffnung auf steigende Zinsen für Spareinlagen vergebens: „Die Zentralbanken werden die Leit- zinsen auf absehbare Zeit nicht erhöhen. Das wäre kontraproduktiv, wenn die Wirtschaft wieder an- gekurbelt werden soll. Das heißt umgekehrt: Spa- rer können nicht mit einem Vermögenszuwachs rechnen.“ Aber ist das Geld auf dem Sparkonto in turbulen- ten Zeiten nicht zumindest viel sicherer aufgehoben als an schwankenden Aktienmärkten? Das verneint Thorsten Regler: „Geld ist letztlich nur ein Tausch- mittel im Warenverkehr. Über die Zeit kann die Kaufkraft, also die Menge an Gütern, die man für dieselbe Summe bekommt, erheblich abweichen.“ Die Mischung macht‘s In der Krise zeigt sich sehr deutlich, was unter re- gulären Bedingungen im Grunde genommen nicht anders ist: Weil verschiedene Wirtschaftszweige sich unterschiedlich gut entwickeln, ist es sinnvoll, Investitionen breit zu streuen. „Grundsätzlich sollte man nie auf nur ein Pferd wetten“, sagt der Vermögensexperte. „Eine echte Alternative zu Einzelinvestitionen sind daher Fonds, die eine gute Mischung an unterschiedlichen Wert- papierarten und Anlageklassen enthalten. Dazu gehören neben Aktien von Firmen aus unterschied- lichen Regionen und Branchen etwa auch Staats- anleihen, festverzinsliche Wertpapiere, aber auch Rohstoffe, Immobilien, Edelmetalle usw.“ Das bedeutet: Möglicherweise fallen zwar die Ak- tienkurse, Sachwerte wie Gold oder das sogenannte Betongold (Immobilien) können jedoch gleichzeitig an Wert gewinnen. So würde sich der Verlust bei Turbulenzen an den Börsen automatisch relativieren. „Im gleichen Zuge, wie sich die Wirtschaft erholt, erholen sich üblicherweise auch die Finanzmärk- te“, bekräftigt Thorsten Regler. „Deshalb sollten Anleger die jetzige Situation am besten einfach aussitzen und Verkäufe auf einen späteren Zeit- punkt verschieben. Wer erst vor Kurzem in der Hochphase des Aktienmarktes zu relativ hohen Preisen eingestiegen ist, sollte Ruhe bewahren und an seinen ursprünglich langfristigen Anlagehori- zont denken. Panik ist erfahrungsgemäß ein sehr schlechter Ratgeber.“ Irgendeine Form der Wirtschaft gibt es immer. Manche Zweige blühen sogar jetzt erst so richtig auf. Ist es deshalb grundsätzlich falsch, bei guter Kon- junktur zu investieren? „Grundsätzlich gibt es kei- nen falschen Zeitpunkt für Investitionen“, findet der Experte. „Aber gerade wenn man relativ teuer kauft, ist ein langfristiger Anlagehorizont wichtig. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, wie hoch manche Indizes noch klettern würden? Es gibt kei- ne in Stein gemeißelte Obergrenze.“ Neuland Doch es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Denn alle, die sich bisher aufgrund der hohen Einstiegs- preise noch gescheut haben zu investieren, soll- ten die Situation jetzt noch einmal neu bewerten. „Wenn man davon ausgeht, dass die Kurse in we- nigen Jahren in etwa wieder auf ihren Stand von vor Corona steigen werden, sind sehr gute Rendi- ten möglich, wenn man jetzt loslegt.“ Geduld ist aber auch bei den Neulingen gefragt. Klar ist: Auf kurzfristige Gewinne sollte man nicht spekulieren, sondern strukturiert und langfristig anlegen. „Um die jetzigen niedrigen Preise zu nut- zen, kann es sinnvoll sein, eine größere Summe zu investieren. Da aber die Tiefststände aktuell mög- licherweise noch gar nicht erreicht sind, wäre es unvernünftig, alles auf einmal zu investieren. Statt- dessen lohnt es sich, etwas zurückzubehalten, um nochmals nachkaufen zu können“, erklärt Thors- ten Regler. „Gut geeignet ist hierfür beispielsweise unser PSD Investitionsplan, da hier der Wunschbe- trag über 24 gleichbleibende Monatsraten auto- matisch investiert wird.“